Zweimaleins: Halbzeit-Bilanz

Halbzeit – sechs Babymonate sind wie im Fluge vergangen. Sechs weitere, dann sind die Zwillinge schon offiziell Kleinkinder. Höchste Zeit, mal ein bisschen zurückzuschauen.

Zunächst die “harten Fakten”:

Etwa 2340 Windeln haben wir gewechselt; 280 Stunden habe ich gestillt; hochgerechnet 1540 Flaschen zubereitet, gefüttert und gespült, unzählige Stunden (hier werde ich etwas faul was das Rechnen angeht) Brei gekocht, portioniert, gefüttert und von Mündern, Händen, Kleidung und Möbelstücken gewischt, 70 Nächte mit Babys innerhalb und außerhalb des Bauches im Krankenhaus mehr oder weniger geschlafen und geschätzt 20 Stunden bei Kinderärzten, Osteopathen oder Krankengymnasten verbracht.

Wow!

Ich habe mir den Spaß jetzt einfach mal gemacht, all das auszurechnen. Aber ganz ehrlich: Auch wenn es Tage gab, die einem unendlich (schwer) und reich an Aufgaben vorkamen, in Erinnerung geblieben sind mir vor allem die vielen einzigartigen Momente, die es wohl nur mit Zwillingen gibt. Ein paar davon will ich Euch hier mal aufschreiben, so wie sie mir gerade in den Sinn kommen:

Das Gefühl, wenn die ersten Babybewegungen zu erahnen sind – an so vielen Stellen gleichzeitig im Bauch, dass klar ist: das geht nur in Teamwork.
Die Erleichterung, wenn nach viel Rumgezappel sich endlich beide Babys GLEICHZEITIG kooperativ zeigen, und die tägliche halbe Stunde CTG über sich ergehen lassen.
Der Moment, wenn bei der Geburt ganz kurz nach dem ersten Babyschrei ein ganz ähnlicher und doch anderer folgt… und frau von da an sehr schnell lernt welches Baby sich wie meldet.
Der Tag, an dem sich die beiden Geschwister das erste Mal gegenseitig anlächeln…
… sie beginnen, miteinander Händchen zu halten…
… sie sich morgens mit Babytalk begrüßen…
… einander die Köpfe streicheln, wenn eines zu weinen beginnt oder sie einfach kuscheln wollen…
… sie sich gegenseitig mit ihrem Lachen anstecken.

Von “double trouble” jedenfalls (meistens) keine Rede :) Von “alles in einem Abwasch” wie viele Fremde begeistert feststellen, allerdings auch nicht. Denn den Namen “Zweimaleins” habe ich hier ganz bewusst gewählt. Unsere Zwillinge sind für mich vor allem zwei Individuen mit ganz unterschiedlichen Charakteren, Launen, Gewohnheiten und ihrem jeweils eigenen Entwicklungstempo. Zwei Mal ein Baby eben. Zufälligerweise am gleichen Tag geboren. Und mit Sicherheit ihr Leben lang auf besondere Weise miteinander verbunden.

One Thought on “Zweimaleins: Halbzeit-Bilanz

  1. Klaudia on 09.05.2015 at 23:45 said:

    So schön in Worten ausgedrückt und so wahr, ich hab gerade Tränen in den Augen. Zwillinge machen doppelt so viel Arbeit, aber auch doppelt glücklich…

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>