Ein wunderschöner Streifen Land

Für die Erkundung der Kurischen Nehrung, jenem 98 Kilometer langen, dabei mancherorts nur 400 Meter breiten, Landstreifens an der Ostseeküste, haben wir uns Fahrräder gemietet. Nichtmals zehn Minuten dauerte die Überfahrt mit der Fähre von Klaipeda nach Smiltyne – auf die Abfahrt warteten wir allerdings fast eine halbe Stunde. Äußerst unentspannt noch dazu. Denn fast hätte uns eine Fähr-Mitarbeiterin den Zutritt verwehrt, da unser Hund keinen Maulkorb trug. Irgendwie habe ich sie überredet, dass wir die Leine dazu umfunktionieren. Louise, unsere Hündin, benahm sich allerdings wie tollwütig, sobald sie merkte, dass da etwas an ihrer Schnauze war. Ein Wunder, dass sie jetzt nicht nackt ist, so viel Fell wie sie vor Stress abgeworfen hat…

20 Kilometer wollten wir bis Juodkrante, dem ersten Ort auf der litauischen Seite der Nehrung (der andere Teil gehört zu Kaliningrad) radeln, dann wieder die gleichen 20 zurück. Da Louise nicht die große Sportskanone ist, hatten wir uns extra einen Fahrradanhänger gemietet, in dem sie sitzen sollte. Allerdings hatten wir die Rechnung ohne sie gemacht. Sie war nicht dazu zu bewegen, in das Ding einzusteigen und „rannte“ lieber hinterher was unsere Durchschnittsgeschwindigkeit wohl auf etwa 6 km/h gedrückt haben dürfte.

Genug Zeit, um die schöne Landschaft zu genießen! Und die ist wirklich mit nichts zu vergleichen was ich zuvor gesehen habe. Neben Pinien- und Birkenwäldern türmen sich die hellen Sanddünen meterhoch auf, um danach gleich wieder ins Meer abzufallen. Ich hätte dort wirklich noch ewig weiterradeln können. Aber unsere vierbeinige Begleitung hat es auch so nur mit Ach und Krach geschafft…

Hier ihre Version der Geschichte:

Jetzt sind meine Menschen wirklich vollends übergeschnappt! Meine Pfoten pochen immer noch, und eigentlich muss ich jetzt dringend ein bisschen schlafen, aber das will ich Euch nun doch noch schnell erzählen. Also heute musste ich wieder auf so ein komisches Ding, bei dem alles auf dem Boden vibriert. Fähre nennen die das. Aber damit nicht genug. Plötzlich haben sie mir meine Leine ums Maul geschlungen und ganz fest gehalten. Ich habe mich natürlich gewehrt so gut ich konnte. Irgendwann haben die Zweibeiner es dann auch aufgegeben, und das Ding unter meinem Bauch hat auch nicht mehr vibriert. Doch dann kamen die schon mit der nächsten bekloppten Idee an. Ich sollte in so ein Drahtding springen. Zur Tarnung hatten Herrchen und Frauchen zwar mein Kissen draufgelegt, aber Leute, ich bin ja nicht blöd. Habe meine Pfoten in den Boden gestemmt und mich nicht vom Fleck gerührt. Kam irgendwie nicht so gut an. Denn alle Zweibeiner, sogar der ganz kleine, sind auf diese Drahtteile gestiegen und losgefahren. Ich musste ganz schön wetzen, um die Herde noch im Blick behalten zu können. Ich erspar Euch jetzt mal Einzelheiten, aber das ging ganz schön lange so. Und immer wieder meinten die, sie müssten mich in dieses Drahtteil stecken. Ich bin aber standhaft geblieben. Hab ja vier gesunde Beine zum Laufen und brauch nicht so einen Rollstuhl. Aber ich glaube, ich schnapp mir jetzt mal heimlich die Penaten-Creme von dem kleinen Zweibeiner. Damit das Pochen an den Pfoten weniger wird. Eure Louise

One Thought on “Ein wunderschöner Streifen Land

  1. Theresa on 21.07.2012 at 17:35 said:

    Ihr beiden glücklichen Sandkinder: Nils, da ist dir ein tolles Foto gelungen. Heute habe ich die Sonne gesehen, jippi. Umso näher ihr kommt, umso schöner wird hier das Wetter. Kommt also bald nach Hause :) , ihr lieben Urlauber.
    Viele Grüße aus einem laaangen Wochenende von der Theresa

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