Im Flugmodus

Wir checken unsere Mails während wir auf der Toilette sitzen. Wir googeln wann der Bus kommt. Wir schicken aus dem Schlafzimmer eine Gute-Nacht SMS an unseren Partner, der noch im Wohnzimmer vor dem Fernseher sitzt. Ein Leben ohne Smartphone? Geht nicht mehr!  Was aber mitunter zu  skurrilen Dingen führt… siehe oben.

Wie oft habe ich schon darüber nachgedacht, mal eine Auszeit vom Handy zu nehmen. Gerade jetzt in der Fastenzeit. Vor ein paar Wochen war es dann tatsächlich so weit: Mit Sack und Pack, der erstmals auch ein Kind umfasste (und somit mal locker doppelt so viel Sack und Pack wie sonst), zum Flughafen. Dann, noch im Auto: Aaaaahhhhh…. Handy vergessen! Umdrehen? Unmöglich. Wir haben im Stau eh schon kostbare Zeit verloren. Was dann beginnt, ist ein Wechselbad der Gefühle.

Ich fühle mich nackt. Ja, geradezu hilflos. Alle Adressen sind im Handy, alle Telefonnummern. Die Anfahrtsbeschreibung zu unseren Freunden in Irland. Fotos, Videos, mein Terminkalender. Andererseits: Welch’ eine Wohltat! Eine Woche lang keine Anrufe, keine Mails, keine Arbeit in Sicht. Kein ständiges Einloggen bei Facebook. Ich fühle mich merkwürdig frei.

Im Gedränge von Dublin habe ich keine Sorge, dass mir jemand das teure Teil aus der Tasche klaut. Und ich muss auch nicht ständig Mails an Freunde verschicken, was ich gerade so treibe. Wen interessiert das eigentlich?

Zurück zu Hause sind Mailbox und E-Mail-Fach wie zu erwarten voll. Aber wirklich wichtig war das alles nicht.

Was ich draus gelernt habe? Ich bin Fan der Einstellung “Flugmodus” meines Handys geworden. Dann hat es nämlich kein Netz. Und wenn ich so im Fitnessstudio auf dem Laufband stehe und ich es von seinen vielen Funktionen auf die eines mp3-Players reduziert habe…. ja dann ist das fast wie die Reise in eine andere Welt. Alles rauscht an mir vorbei, meine Gedanken dürfen abschweifen, das Hirn hat Urlaub. Darum wohl auch “Flugmodus”…

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